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Online-Klausuren und -Prüfungen mit Moodle

Unter den Bedingungen der Pandemie, die Präsenzklausuren nicht in dem gewünschten Ausmaß zulassen wie es benötigt wird, wird an uns öfter die Frage gerichtet, ob auch andere Systeme, wie zum Beispiel Moodle für E-Prüfungen genutzt werden können. Denn die verfügbaren Kapazitäten lassen eine kurzfristige Nutzung für alle E-Prüfungen mit LPLUS nicht zu, da u.a. die Nutzer*innen entsprechend geschult werden müssten, was im bereits laufenden Prüfungsbetrieb nicht mehr möglich ist.

Das Moodle der BUW ist für den Lehrbetrieb konzipiert. Im Lehrbetrieb verteilen sich die Zugriffe auf das Moodle-System mit den verschiedenen Lernaktivitäten und Materialien über einen großen Zeitraum. Es kommt dabei selten und dann meist nur kurz zu hohen Belastungsspitzen.

Ein Prüfungsbetrieb stellt jedoch besondere Anforderungen an ein Lernmanagementsystem. Vor allem durch hohe zeitgleichen Zugriffszahlen auf ressourcenintensive Module, insbesondere die Aktivität „Tests“. Durch einen intensiven Prüfungsbetrieb entsteht das Risiko, dass Moodle die gleichzeitig durchgeführten Prüfungen nicht bedienen kann, der Auslastung nicht standhält und dann nicht mehr erreichbar ist. Dadurch können Prüfungen abbrechen und Ergebnisse verloren gehen

Daher raten wir dazu, das Testmodul für gleichzeitige Prüfungen mit hohen Teilnehmer*innenzahlen nicht zu nutzen. 

Doch was sind viele Teilnehmer*innen? Diese Frage lässt sich leider nicht mit einer einfachen Zahl beantworten. Die Prüfungen können sehr unterschiedliche Formate umfassen, z. B. können Videos eingebunden sein, die eine besonders hohe Bandbreite erzeugen. Wenn parallel Klausuren stattfinden, können sich mehrere kleinere E-Prüfungen mit z. B. je 50 Personen schnell zu einer beträchtlichen Summe von mehreren hundert bis zu tausend Teilnehmer*innen summieren.

Wir empfehlen daher die Nutzung der Lernaktivität „Aufgabe“. Dabei werden die Ausarbeitungen durch die Teilnehmer*innen überwiegend zeitversetzt übertragen, da in der Regel nicht alle Studierenden mit der Abgabe ihrer Ausarbeitung bis zum Ende der Frist warten. Die Auslastung durch die Aktivität „Aufgabe“ kann das Moodle-System für den Lehrbetrieb bedienen. Erfahrungen an anderen Universitäten (z. B. an der Universität Duisburg-Essen) weisen darauf hin, dass auch größere Teilnehmer*innenzahlen problemlos bewältigt werden können. Bitte nutzen Sie das PDF-Dateiformat für die Einreichungen und geben Sie Ihr Feedback auch in Form einer PDF-Datei. Mit der Aktivität „Aufgabe“ können auf diese Weise die eingereichten Ausarbeitungen und Ihre Bewertungen hinsichtlich der Integrität rechtssicher gespeichert werden. Einen Leitfaden für die Aktivität „Aufgabe“ findet sich u.a. unter http://uni-w.de/da

Neben den technischen Aspekten sind die Rahmenbedingungen wie Identitätsfeststellung, Verhinderung und Umgang mit Täuschungversuchen, rechtliche Aspekte für E-Prüfungen, prüfungsdidaktische Hilfen und die Sicherung der Prüfungsleistungen bisher nicht für Prüfungen mit Moodle@Home konzipiert.

Das Thema E-Prüfungen hat sich an der BUW insbesondere durch das Projekt E-Assessment NRW etabliert. In dem Projekt wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet (2017, https://www.dh.nrw/fileadmin/user_upload/dh-nrw/e-assessment/pdf/E-Assessment_in_der_Hochschulpraxis.pdf), die in den Regebetrieb für E-Prüfungen überführt worden sind. Insbesondere die Aspekte der rechtlichen Sicherheit, der technischen Anforderungen und die Anpassungen von Prüfungsordnungen. 

Für E-Prüfungen hat sich dabei die Software LPLUS als geeignet erwiesen, die in zahlreichen E-Klausuren mit ständig wachsenden Anwender*innen an der BUW genutzt wird. LPLUS ist ein System das speziell für Prüfungssituationen entwickelt wurde. Die Software bietet eine rechtssichere Nutzung, ist ausreichend performant für parallele Prüfungen und bei uns an der BUW für den Einsatz in Prüfungsräumen konzipiert, wird mittlerweile aber auch im @Home-Format genutzt. Ein wesentlicher Unterschied zu Moodle ist vor allem die Methode der Speicherung der Eingaben über die Tastatur der Nutzer*innen. Bei LPLUS wird jede Eingabe gespeichert und zwar reproduzierbar, bei Moodle werden nur die vollständigen Antworten auf Fragen gespeichert, wobei es bei einem Netzausfall möglicherweise zu Verlusten bei der Speicherung der Ergebnisse kommen kann. Es reicht leider nicht aus, einfach mehr Speicher in die vorhandenen Systeme einzubauen, denn die Software und die Rahmenbedingungen müssen – wie oben beschrieben – in vielerlei Hinsicht auf die Anforderungen für den Prüfungsbetrieb ausgelegt und dementsprechend angepasst sein. Weitere Informationen zu E-Prüfungen an der BUW finden Sie unter https://zim.uni-wuppertal.de/de/e-learning/e-pruefungen.html

Zwei bespielhafte Szenarien, die kurzfristig in der aktuellen Prüfungsphase die mit Moodle umsetzbar sind

Moodle ohne Zoom-Begleitung

Sie erstellen in Ihrem Moodle-Kurs eine Aufgabe bei der eine Dateiabgabe (wir empfehlen PDF) notwendig ist, wie hier beschrieben http://uni-w.de/da. Schalten Sie die Aufgabe anschließend für einen bestimmten Zeitraum frei (z.B. Montag 08:00 Uhr bis 18: Uhr) in dem die Studierenden die Aufgabe bearbeiten können. Die Studierenden greifen per ZIM-Account auf Moodle zu, es findet keine weitere Authentifikation statt, ähnlich wie bei einer Hausarbeit geben die Studierenden bei der Abgabe eine Eigenständigkeitserklärung ab. Dieses Szenario eignet sich besonders für Prüfungen mit komplexeren Fragestellungen, die z.B. auch im Modus einer Open-Book-Klausur (zusätzliche Hilfsmittel wie Unterlagen, Bücher, Internet sind erlaubt) durchgeführt werden können.

Moodle mit Zoom-Begleitung

Sie erstellen in Ihrem Moodle-Kurs eine Aufgabe bei der eine Dateiabgabe (wir empfehlen PDF) notwendig ist, wie hier beschrieben http://uni-w.de/da. Schalten Sie die Aufgabe anschließend für einen kürzeren Zeitraum frei (z.B. Montag 08:00 Uhr bis 10:00 Uhr), in dem die Studierenden die Aufgabe bearbeiten können. Zusätzlich erstellen Sie ein Zoom-Meeting zur Begleitung der Klausur. Die Studierenden greifen per ZIM-Account auf Moodle zu, es findet ggfs. eine weitere Authentifikation per Lichbildausweis im Zoom-Meeting statt, ähnlich wie bei einer Hausarbeit geben die Studierenden bei der Abgabe eine Eigenständigkeitserklärung ab. Dieses Szenario eignet sich besonders für Prüfungen mit weniger komplexen Fragestellungen, die möglichst ohne zusätzliche Hilfsmittel durchgeführt werden sollen.
Planen Sie neben der eigentlichen Klausurzeit etwas Zeit für eine evtl. Kontrolle der Lichbildausweise vor der Klausur, sowie etwas Zusatzzeit für das Hochladen der Klausur durch die Studierenden ein. Diese sollten bei größeren Gruppen nicht alle zum genau gleichen Zeitpunkt abgeben, da dies evtl. zu einer Überlastung von Moodle führen könnte. Lassen Sie sie also ein wenig gestaffelt abgeben.

Weitere Alternativen

Schriftliche oder mündliche Prüfungen per Zoom-Videokonferenz, wie in den Amtlichen Mitteilungen am 23.04.2020 beschrieben [https://zim.uni-wuppertal.de/fileadmin/zim/elearning/pdf/am20061.pdf]

Ihr ZIM E-Learning Team

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